NOCH MEHR KULTUR

Im Profil: Stefan Sagmeister

sagmeister001Der gebürtige Bregenzer erblickte 1962 das Licht der Welt und ging zur Schulzeiten auf die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt, später führte ihn sein Weg an die Universität der Angewandten Künste, wo er Grafik und Design studierte. Dank eines Stipendiums verschlug es ihn nach New York und im Anschluss zum Arbeiten nach Hong Kong. Doch New York ließ ihn nicht mehr los und so gründete er seine eigene Agentur. Im Verlauf der Zeit sammelten sich zahlreiche namenhafte Referenzen an: Er gestaltete CD Cover für Lou Reed, die Rolling Stones und Aerosmith und viele weitere. Künstler ließen sogar ihren Veröffentlichungstermin der Platte verschieben, damit Stefan Sagmeister ihr Cover gestalten konnte.

Zu Sagmeister gibt es viel zu sagen, über seine Werke, seine Arbeiten und doch schafft er es, die Person dahinter, sich selber, immer elegant aus dem Rampenlicht zu halten, obwohl er in die Kamera lächelt und bereitwillig Fragen beantwortet. Er wirkt unaufdringlich und stets ein kleinwenig verschmitzt. Diese Eigenschaft scheint auch bei seinem Werkeln hilfreich zu sein. Sagmeister heimste zudem zahlreiche Preise ein, sechs Grammy-Nominierungen sprechen für sich, zwei davon gewann er schlussendlich. Den Lucky Strike Award, der auf 50.000€ datiert ist, gewann er im Jahre 2009. Zudem wurde ihm 2013 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Heuer kam zudem die Auszeichnung als Auslandsösterreicher des Jahres dazu.

sagmeister002Sein Arbeiten ist für manche vielleicht ungewohnt. Alle sieben Jahre wird die Agentur zugesperrt und ein "Sabbatical" eingelegt, egal, ob ein Jahr herumreisen oder sich auf Projekte konzentrieren, die schon länger reizvoll erschienen, für die aber keine Zeit blieb, er macht was ihm in den Sinn kommt. Ein Luxus von dem viele von uns nur träumen können.

Seine Ausstellung "Happy Show", welche vor einiger Zeit in Wien zu sehen war, trug zusammen was er in über zehn Jahre Forschung und Gedankengut zum Thema Glück in seiner Komplexität zustande brachte. Ein beeindruckendes Zeugnis, in wie viele Blickrichtungen man ein einziges Thema begutachten kann. Stefan Sagmeister war es dabei sehr wichtig, dass sich die Ausstellung auch interaktiv bedienen ließ. So hallten in unregelmäßigen Abständen diverse Rufe durch die Hallen des MAKs, vorgetragen und abgelesen von einem kleinen Kärtchen, welches die Besucher sich zuvor an einem Automaten ziehen konnten. Es gab seine Lieblingsingwerzuckerl zur Verkostung, ein Mitbringsel von einer seiner vielen Reisen.

sagmeister003Stefan Sagmeister schafft es durch seine vielfältigen Ideen und einer kreativen Umsetzung uns zum Schmunzeln zu bringen, das Leben fühlt sich ein Stückweit leichter an, einfach nur, weil er in diesem Moment unseren Weg mitbeschreitet und uns in seine spielerische Kunst einlädt aktiv zu werden. Auch nützliche Aspekte sind dabei, wie z.B. die Aussage von ihm, das Glücksmomente leichter erlebbar sind dank Situationen oder Aktivitäten, die nicht unbedingt direkt wiederholbar sind. Auch das Reisen kann einige Überraschungen beinhalten, denn dann stellt sich kein Gewöhnungseffekt ein und der Zugang zum Glücklichsein ist leichter greifbar.

Spannenderweise zählen für Sagmeister Kinder in seinem eigenen Glücksplan nicht unbedingt eine Rolle, diese setzte der Mitfünfziger bisher nicht in die Welt. Stattdessen reist er nach wie vor lieber um die Welt, dieses Jahr standen Mexiko City, Tokyo und ja – auch der Bregenzer Wald auf dem Plan. Schön zu wissen, dass es auch einen Wahlnewyorker, der permanent auf Reisen ist, immer wieder in die Heimat zieht.

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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