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Phänomen Horrorclowns

esDer Trend begann im Süden der USA zu Beginn des Jahres und fand seinen Weg nach Großbritannien, Deutschland und schließlich auch nach Österreich. Die Rede ist natürlich von der zweitschlimmsten Horrorshow des Jahres: Horrorclown-Sichtungen (an zweiter Stelle hinter verschiedenen diesjährigen politischen Wahlen).

Doch abgesehen von eher harmlosen Späßen - in der Steiermark etwa reichte es, dass ein Verkleideter gesehen wurde, um einen Anruf bei der Polizei auszulösen - häufen sich die Fälle, in denen Menschen ernsthaft verletzt werden. Horroclowns gehen mit Waffen auf Passanten los oder erschrecken sie so, dass sie stürzen oder sich anderweitig verletzen. Eine bedenkliche Situation, aber nicht nur für die Bevölkerung, sondern auch für eine Gruppe, an die man nicht gleich im ersten Moment zu denken beginnt: Professionelle Clowns und Mitarbeiter von Gruselhäusern, die sich in den USA bereits nicht mehr außer Haus trauen. Aus Angst, Ziele von Übergriffen übereifriger Passanten zu werden.

Die Hysterie vor jeglichen Clowns kann auch keine Lösung dieses Problems sein, schließlich gibt es genug Verkleidete die niemandem etwas zu leide tun, wie zum Beispiel die Wiener Gruppe Nesterval (Kollegin Luisa Lutter berichtete).  An dieser Stelle hätte ich noch gerne meine Vermutung angebracht, welche ebenfalls von einem Kurier-Redakteur erwähnt wurde, dass es sich hier um einen Werbegag für das im nächsten Jahr anlaufende Remake des Stephen King Klassikers, und wohl eine der Ursprungs Horrorclown-Geschichten, „ES“. Wobei diese Werbekampagne dann wohl als „aus dem Ruder gelaufen“ bezeichnet werden muss. Meiner Meinung nach sind es hier keine Leute, die schlichtweg Halloween zu ernst nehmen, sondern Straftäter, die einem Trend folgen der gleichzeitig ihre Identität verschleiert. Als Horrorfan und auch einfach als Mensch, spreche ich mich entschieden gegen diese Gewalttaten aus und hoffe inständig, dass diese nicht den Ruf von Halloween in der breiten Bevölkerung ruinieren.

Darum mein Appell (der sich natürlich an alle richtet, die an Halloween strafrechtlich nicht relevanten Spaß haben wollen, ohne jemanden ernsthaft zu verletzen): Erschreckt an Halloween keine wildfremden Leute, wenn ihr plant als Horroclowns zu gehen. Und für alle anderen: Nicht jeder Horrorclown ist ein gefährlicher Psychopath und will euch etwas Böses, es gilt die Unschuldsvermutung!

Wer sich durch diese unerfreulichen Ereignisse dennoch nicht den Appetit auf Horrorfilme mit Clowns hat verderben lassen, dem empfehle ich Eli RothsClown“, die Ronald Macdonald Horroclips des Youtube Channels „Rackracka“ der Gebrüder Philippou und den ebenfalls auf Youtube zu findenden Kurzfilm „The Clown“ von Patrick Boivin.

In diesem Sinne: Happy Halloween!

 

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