Im MAK sind die Handwerker los

mak01"handWERK. Tradiertes Können in der digitalen Welt": Unter diesem Slogan hat seit Mittwoch eine neue Ausstellung im MAK Einzug gehalten. Auf der Ausstellungsfläche wird hauptsächlich der Frage nachgegangen, in wie weit die Bedeutung des Handwerks und auch dessen Wertschätzung noch verankert sind und ob das Handwerk im Allgemeinen noch Bestandteil der materiellen Kultur ist.

Unterteilt ist hierbei die Ausstellung in sechs Kapitel, dadurch entsteht ein logischer Aufbau und eine geführte Tour durch die Schau gleichermaßen. Es wird im ersten Kapitel auf die Geschichte Bezug genommen, man erfährt Grundlegendes und auch warum jedes einzelne Handwerk eigentlich eine so große Bedeutung haben müsste, die wir ihm aber im Alltag nicht einräumen. Als Stichwort sind dabei auch Luxuslabels und deren Qualitätsmerkmale angebracht. Ohne belehrend zu wirken, schafft die Ausstellung einen Rahmen, in welchem man sich mit Interesse dem Thema widmet und auf den Spuren der unterschiedlichsten Formen des Handwerks wandelt. Neugierde wird auch bei eher Themenbezogenen, faulen Menschen geweckt, in dem der Bezug zur Gegenwart sehr präsent ist. Neue Entwicklungen und weltweite Phänomene werden ebenso dargestellt, wie die sehr erfolgreiche "Do it yourself"-Bewegungen, welche zur Zeit einen regelrechten Hype erleben und immer wieder neuen, kreativen Ideen auslösen. Alles ist sehr plastisch dargestellt und es gibt zahlreiche Exponate, welche teilweise (z.B. bei den Stoffen) auch angefasst werden dürfen.

mak02Im zweiten Kapitel des Rundganges werden die Perspektiven näher beleuchtet. Europäische Institutionen werden vorgestellt und man bekommt Einblicke in Ausbildungsberufe und deren Werdegänge.

Für Männer wohl auch ein besonderes Vergnügen ist der Bereich zum Thema "Werkzeuge und Materialien". Größtenteils stammen die Utensilien aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Besonders reizvoll und geglückt ist der Bereich der "Live-Werkstatt". Hier stellen in abwechselnden Zeitspannen unterschiedliche Handwerker ihr Metier vor und richten sich ihre eigene Werkstatt ein. Der Besucher kann ihnen dann täglich bei der Arbeit zusehen, Fragen stellen und direkt aus erster Hand Informationen sammeln. Insgesamt werden im Verlauf der Ausstellungsdauer somit ganze 20 Berufe vorgestellt.

Im vorletzten, fünften Kapitel, liegt der Fokus auf "Qualität und Exzellenz", auch hier bereichern viele Exponate den visuellen Eindruck. Es werden Produkte aus 18 Ländern gezeigt und Historisches wird gegen Neuartiges gestellt. Da in diesem Bereich leider nicht viel Text vorhanden ist, verliert man sich recht schnell im Betrachten der Gegenstände und gelangt alsbald in den 6. und somit letzten Teil der Ausstellung. Hier wird Nachhaltigkeit ganz groß geschrieben und es wurden sechs Wiener Produkte ausgewählt, um dem Besucher den Weg von Entstehung bis zum Verkauf zu erläutern und alle Fakten von Materialien bis hin zur Herstellung aufzulisten.

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Die Ausstellung ist kurzweilig und ideal für einen verregneten Wintertag geeignet. Ein anschließender Besuch im Restaurant "Salonplafond" lohnt sich in Kombination mit einem Kuratoren-Gespräch. Die Termine für diese Veranstaltungen kann man im Internet auf der Homepage des MAK einsehen.

Die Ausstellung ist seit dem 14.12. der Öffentlichkeit zugänglich und wird noch bis zum 09.04.2017 in den Räumlichkeiten des MAKs zu sehen sein.