NOCH MEHR KULTUR

Pssst, Speak Easy Bars in Wien

Auch ihr habt es sicherlich schon erlebt: Jemand hat von einem Freund gehört, dass wiederum ein Freund von ihm erfahren hat, dass ... Ja, das Mysterium um Speak Easy Bars befindet sich aktuell wieder in einer Blütezeit. Kein Wunder, sucht doch ein jede*r nach Individualität - auch in der Freizeit möchte man mit seinen Freund*innen ganz besondere Erlebnisse teilen. Die Geheimniskrämerei um schwer auffindbare Bars übt daher einen magisch anziehenden Reiz aus. (K)eine Katerstimmung!

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Hello, best friend! Foto: L. Lutter im Krypt

Speak Easy Bars sind keine neue Erfindung des Bobotums, vielmehr bekommen die geheimen Bars durch dieses einen neuen Anstrich verpasst, der unteranderem zu den unterschiedlichsten Instagram Feeds der Gäste passen muss. 
Das war nicht immer so. Ursprünglich war die Geburtsstunde bereits vor 100 Jahren. Damals herrschte die Prohibition in Amerika. Um Mitternacht des 17. Jänner 1920 wurde eine neue Nation geboren und mit ihr trat das Alkoholverbot in Kraft. Darin eingeschlossen war nicht nur der Verkauf, sondern auch die Herstellung von Spirituosen. Es sollte 14 Jahre dauern bis dieses Gesetz wieder aus der Verfassung der Vereinigten Nationen gestrichen wurde. Hopfen und Malz war also für eine längere Zeit verloren und die Katerstimmung adé. Nicht aus dem Fass, sondern aus dem Ruder laufend.

Grund für diese harsche Regelung war tatsächlich die enorme Trinksucht vieler Menschen. Schnaps war preiswerter als Milch zu bekommen und schaut man sich Statistiken aus den Jahren rund um 1830 an, so ergab sich ein Schnitt von rund 37 Litern Korn pro Kopf und Jahr bei der Bevölkerung. Eingerechnet wurden dabei alle Menschen über 15 Jahren. Münzt man das auf heutige Trinkgewohnheiten um, so hat ein durchschnittlicher Amerikaner zur damaligen Zeit zwei Flaschen Doppelkorn in der Woche getrunken.

Clubkultur der damaligen Zeit

In den sogenannten illegalen Speak Easy Bars, die während der Prohibition aufkamen, konnte man trotz des Alkoholverbots Spirituosen konsumieren. Doch dafür musste man natürlich wissen, wo sich diese geheimen Bars befanden und wie man in sie hineingelangte. Nicht jedem sollte der Zutritt gewährt werden und das Geheimnis um ihren Standort musste gut geschützt werden, damit sie nicht aufflogen. Eine Besonderheit war in der Tat, dass in diesen Bars Frauen und Männer zum ersten Mal zusammenkamen, um gemeinsam zu trinken. Ein erster Schritt in Richtung der Clubkultur, wie wir sie heute kennen.

Pssst, hier entlang

Wir machen einen großen Sprung in die heutige Zeit und zoomen uns auf der gedanklichen Weltkarte nach Wien. Denn auch in dieser eleganten Stadt brodelt es unter der Oberfläche beziehungsweise hinter dicken Wänden. Es werden besondere Cocktails serviert und in herrlichen Kulissen gefeiert. Gebt es zu, darauf habt ihr doch nur gelauert. Nun gut, ihr habt auch lange durchgehalten, hier also eure schriftliche Belohnung in Form von Infos, wo sich euch Speak Easy Bars in Wien auftun. Aber pssst, nicht weitersagen. 

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In den Tiefen liegt das Glück. Foto: L. Lutter im Krypt

Wo euch die Hausnummer den Weg weißt
Auftakt macht die TÜR 7, dieses feine Lokal befindet sich in der Buchfeldasse 7 in 1080 Wien, gleich hinter dem Rathaus. Hier kommt man nur mit Reservierung hinein und geöffnet ist Montag bis Freitag zwischen 21 und 4 Uhr morgens. Von außen lässt die Bar keine Vermutung aufkommen, dass hinter geschlossenen Türen dem feucht-fröhlichen Genuss gefrönt wird. Lasst euch also nicht abschrecken und beweist Neugier beim Eintreten. Eins vielleicht noch, so viel Exklusivität spiegelt sich auch in den Preisen wider, doch lasst euch nicht abschrecken, denn die Bar hat schon so einige Preise gewonnen und die Cocktails sind ein wahrer Genuss.

Einmal Stahltür, bitte
Auch das KRYPT, zu finden im 9. Bezirk, hat eine unauffällige Tür und so mancher potentielle Gast lief schon nichts ahnend an der Stahltür vorbei. Doch wer einmal seinen Mut zusammengenommen hat, anklingelt und drinnen ist, wird förmlich in die Tiefe dieser geheimen Bar eingesaugt. Wir wollen an dieser Stelle nicht zu viel verraten und wünschen euch einfach eine gute Zeit da unten.

Rar und einmalig
Die Termine des CAFÉ HANSI solltet ihr euch wohl am besten in den Planer eintragen, denn diese Bar sperrt nur einmal im Monat auf. Genauer gesagt immer am letzten Donnerstag im Monat. Diese Rauminstallation ist ein eigenes Kunstwerk innerhalb des Museums Mumok. Die Bar hat übrigens nur drei Stunden geöffnet. Speak easy and drink fast.

Jenseits von Gut und Böse
Ebenfalls zum Anklingeln ist das TANZCAFÉ JENSEITS. Allein der Name lässt schon aufhorchen. Dieses Café wird euch in Verzückung versetzen, es hat mehrere Räume und besticht meistens durch gute Musik und ausgelassene Partys. Tanzen ausdrücklich erwünscht!

Lieber an oder in der Donau?
Kein Geheimtipp, aber dennoch für manche schwer zu finden. Auf der Rückseite des Museumsquartiers gelegen, trifft im CLUB DONAU Bobo-Town auf diverse Touris. An der Decke gibt es wilde Installationen und DJ's probieren experimentelle Beats aus.

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Wir lieben Speak Easy Bars. Foto: L. Lutter im Krypt

Amen, bitte
Wow, zugegeben wohl die einfallsreichste Speak Easy Bar, die Wien aktuell zu bieten hat. Ins THE CHAPEL gelangt ihr durch ein Restaurant hindurch, an den Toiletten vorbei und immer auf die Nonne zugesteuert. Wer weiß, wie die Nonne anzupacken ist, wird Eintritt in die heiligen und einer Kathedrale nachempfundenen Räumlichkeiten bekommen. Auf dunklem Samt sitzend werden ausgefallene Cocktails serviert.

Der Multiplex
Seltsamerweise hört man selten vom ONE OF ONE, obwohl es einem umtriebigen Geschäftsmann gehört. Martin Ho hat in Wien schon allerhand realisiert und nun gibt es ein Prunkstück, mit allem was dazu gehört: Bar, Restaurant, Privatclub und Gallery. Feinste Feiereien in edler Optik. Auch wenn es keine Speak Easy Bar ist, so kommt es einem ein wenig so vor. Zumindest die Exklusivität ist nicht außer Acht zu lassen. Am Besten macht man sich selbst ein Bild.

Abtauchen für die Musik
Hinein in den Bauch des 7. Bezirks. Der CLUB DUAL spuckt euch an guten Tagen sicherlich erst wieder in den frühen Morgenstunden aus. Unendlich lang kommt einem die Treppe in das Untergeschoss vor. Wer keinen flauen Magen haben möchte, weil er oder sie nicht weiß, was einen unten erwartet, kann bei Bedarf zuvor im Lokal Wirr etwas essen. Praktischerweise ist der Club Dual integriert.

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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