NOCH MEHR KULTUR

Eine App mit Mehrwert

"Too good to go": Diese griffige Aussage kann auch gut als Titel fungieren, dachte ich mir, als ich den Arbeitstitel festlegen wollte. Es bringt schlichtweg auf den Punkt, worum es geht. Too good to go. Denn genau dafür steht die Organisation, die sich hinter diesem Slogan verbirgt. Gerade in der Situation, in der wir uns aktuell alle gemeinsam befinden, ist es umso wichtiger, dass wir aufeinander schauen und einerseits nur zum Einkaufen außer Haus gehen oder um uns die Beine zu vertreten und frische Luft zu schnappen. Ich weiß, das habt ihr wohl schon x-mal gehört und gelesen. Doch von der sinnvollen App, die wichtige und aktuelle Aspekte miteinander verbindet, habt ihr vielleicht noch nicht gelesen: Zeit wird es daher, sie euch endlich näher zu bringen.

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Foto: L. Lutter

Seit geraumer Zeit habt ihr die Möglichkeit, Lebensmittel vor dem sicheren Wegwurf zu retten. Die App " TO GOOD TO GO" hat der Lebensmittelverschwendung den Kampf angesagt und geht, gemeinsam mit vielen tollen und schmackhaften Lokalen, dagegen vor. Ihr könnt somit neue Ecken eures Bezirks oder Nachbarsbezirks kennenlernen, kleine Lokale und Bäckereien unterstützen und erhaltet noch gut verwendbare Lebensmittel zum reduzierten Preis, die ansonsten in der Mülltonne landen würden, da die Bestimmungen es nicht erlauben, sie einfach zu verschenken oder zu spenden.

Schnell den Mehrwert downloaden

Natürlich hat die App, die es für den Apple Store und Google Play gibt, aktuell nicht die volle Auswahl, da leider viele Lokale und Restaurants wegen der Krise zusperren mussten. Doch hauptsächlich Bäckereien und kleine Betriebe, die auf Lieferservice umstellen konnten, sind noch vertreten.

Ihr könnt einen Radius angeben und im Anschluss werden euch die Lokalitäten mit Angeboten innerhalb des gewählten Kreises angezeigt. Außerdem könnt ihr eure Vorlieben einstellen, also ob ihr nur vegetarische Speisen möchtet oder ob auch was für Fleischtiger dabei sein darf. Zusätzlich könnt ihr auswählen, ob ihr auf der Suche nach Frühstück, Mittag oder Abendbrot seid. Was ihr erhaltet, hängt von den jeweiligen verfügbaren Gerichten und Mittagsmenüs der Lokale ab. Es ist jedes Mal eine Überraschung, auch wenn man zweimal hintereinander bei dem gleichen Betrieb bestellt.

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Foto: L. Lutter

Der Zero-Waste-Gedanke

Auch dieser spielt eine große Rolle bei "Too good to go". In der App steht bei dem jeweiligen Betrieb dabei, ob ihr selber eine Tupperdose mitbringen sollt oder ein Überraschungssackerl vorbereitet wird. Durch die mitgebrachten Dosen wird der Verpackungswahnsinn reduziert und ihr dürft Tupperware mit bis zu maximal 1 Liter Füllmenge mitbringen. Optional gehen natürlich auch zwei Dosen, da viele Betriebe euch Süßes und Herzhaftes zu gleichen Teilen mitgeben wollen.

Übrigens: Hättet ihr gewusst, wie viele Lebensmittel in Österreich jährlich weggeworfen werden? Laut der Homepage von "Too good to go" sind es rund 577.000 Tonnen genießbares Essen – allein in Österreich. Wenn man das nun umrechnet, dann wirft jede*r Österreicher*in noch genießbare Lebensmittel im Wert von rund 300 Euro pro Jahr in den Müll. Richtet man dann den Blick über den Tellerrand und zu den Nachbarländern hin, wird das mulmige Gefühl in der Magengegend noch verstärkt.

Die Entwickler und Köpfe hinter der App möchten ein Zeichen setzen und es möglich machen, dass jede*r einzelne von uns mit einfachen Mitteln gegen Lebensmittelverschwendung angehen kann. Der unnötige Wegwurf von genießbarem Essen soll, so gut wie es eben geht, dezimiert werden.

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Foto: L. Lutter

Kleine Motivation für alle Lebensmittelrettenden

Ein zusätzliches Schmankerl findet ihr außerdem auf der Homepage: Ihr könnt einsehen, wie viele Gerichte und Lebensmittel seit Start der App schon gerettet und wie viele Tonnen CO2 eingespart wurden. Dort könnt ihr auch diverse Rezensionen nachlesen von Benutzer*innen, die ihre Erfahrungen teilen.

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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