NOCH MEHR KULTUR

Halloween in Isolation

Diese Jahr wirken so manche verlassenen Geisterhäuser noch geisterhafter und noch verlassener. Isolation und social distancing machen die Zeit des sonstigen wohligen Gruselns zur Zeit der Einsamkeit und auch Beklommenheit. Wie man, meiner Meinung nach, das Beste aus der Situation macht und Halloween doch noch retten kann, möchte ich heute zum Thema machen.

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Aus dem Film "A Ghoststory" (c) A24

Es ist verständlich, wenn Leuten die Freude an Horror und Grusel im Laufe dieses Jahres einigermaßen vergangen ist. Zu viele reale Ängste um unsere Zukunft bestimmen unser Leben und Woche für Woche scheint sich selbst die "neue Normalität" nicht wirklich einstellen zu wollen. Immer wieder verändern neue Auflagen und eine endlose Anzahl an Pressekonferenzen den Status Quo, verunsichern uns. Doch ich möchte dem entgegenhalten, dass gerade jetzt Horror ein Rückzugsgebiet sein kann, ein berechenbarer Nervenkitzel, der uns entspannen lässt und uns helfen kann, auszuharren, bis bessere Zeiten kommen, oder uns zumindest ein wenig Normalität wiederbringen kann.

We‘ll always have Horror

Doch was heißt Normalität in Zusammenhang mit Horror? Genrebekannte Formalismen und Konventionen, die durchaus auch auf den Kopf gestellt werden können, bieten die Basis für eine große Anzahl an Filmen, die niemals nur alleine wirken, sondern sich in eine Reihe von Filmen gliedern, die sie geprägt haben, so wie sie eventuell auch andere prägen werden. Bei modernen Filmen ist es natürlich schwieriger vorherzusehen, welchen Impact sie haben, da durch die schiere Masse an Filmen, die herausgebracht werden, viele gute und auch kulturell wichtige übersehen werden, ja fast übersehen werden müssen. Nichts desto trotz gibt es sie auch heute noch, die Slasher, die Geister und Zombies, die (Film)Geschichte(n) schreiben.

Abstandsregeln, Babyelefanten und das Gruseln

Jetzt, da wir Filme erwähnt haben, fällt uns natürlich auch sofort auf, dass wir die ja nur alleine ansehen können, beziehungsweise mit Leuten aus demselben Haushalt, was den Spaß natürlich ein wenig hemmt. Doch wir haben ja das Internet, das uns in solchen Situationen aushelfen kann. "Let’s Watch Together"-Partys waren in internationalen Genre-Communities schon lange vor Corona ein weit verbreitetes Phänomen, das eine kostengünstigere Alternative zum Mieten von Kinosälen darstellt. Programme wie "Discord", "Teamspeak" oder "Zoom" ermöglichen ein verantwortungsvolles, gemeinsames Gruseln mit Familie und Freunden, auch in Zeiten einer Pandemie.

The golden Outdoors

Was auch immer eine gute Alternative zum Daheimbleiben darstellt, ist das Erkunden der Wiener Wildnis, eine Wanderung ins Ungewisse, im kühlen Herbstwind, unter goldenen Baumkronen und durch raschelnde Blätterberge streifen. Gerade rund um, oder auch innerhalb von Wien mit seinen Bergen und Wäldern und Parks, ist es gerade im Herbst wunderbar friedlich. Wer weniger wanderbegeistert ist, kann natürlich auch einen Kürbisbauernhof aufsuchen und sich nicht nur das gesunde Gemüse direkt vom Nahversorger holen, sondern auch den perfekten Halloweenkürbis besorgen, an dem man anschließend seine Schnitzkünste beweisen kann. Der Kürbishof Franzlbauer mit 400 verschiedenen Kürbissorten bietet sich hier besonders an, auch seine Nähe zu Wien ist da sehr praktisch.

Es gibt eine Menge Dinge, die wir dieses Jahr leider nicht machen können, oder sollten und auch meine Halloweenparty fällt deswegen leider ins Wasser. Doch das wird uns nicht aufhalten, ein dieses Jahr vielleicht etwas beschaulicheres Halloween zu feiern.

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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