NOCH MEHR KULTUR

Nicht verhungern!

Es ist wieder Lockdown und unsere Wahlmöglichkeiten für die Freizeitgestaltung sind beschränkt. Spazieren gehen oder drinnen in die Kiste starren lautet also die Devise. Beides verbinden kann man in dem absolut süchtig machenden Computerspiel »Don't Starve«. Dort spaziert man als Cartoonfigur im Tim-Burton-Stil durch Wüste, Wald und Wiesenland und versucht, naja, nicht zu verhungern.

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© Klei Entertainment

Mit dem Namen des Spiels ist nämlich auch schon alles gesagt; die Prämisse, die Hauptaufgabe, die Schwierigkeit und das Spielziel lauten nämlich alle: einfach nicht verhungern. Klingt simpel genug, oder?

Geheimnisvolle Spielewelt

Das Spiel beginnt damit, dass man in der Mitte einer zufällig generierten burtonesquen Welt landet. Ein bleicher Gentleman taucht auf und gibt sarkastisch den Hinweis, man möge sich besser auf die Suche nach etwas Essbarem machen, bevor er sich wieder in Luft auflöst. Das war's dann auch schon an Story. Wer will, kann sich in diversen Youtube-Videos und Fandom-Wikis über die Hintergrundgeschichte zu »Don't Starve « informieren, im Spiel selbst wird davon nichts vermittelt. Ebensowenig wird das Gameplay erklärt. Wenn einem nicht die Corona-Kontaktperson des Vertrauens zur Verfügung steht, um die wichtigsten Steuerelemente zu erklären, braucht man vielleicht ein Zeiterl, bis man sich durchsieht. Im Zweifel hilft aber eh auch das Internet.

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Die Welt gehört dir (außer du stirbst)

Nach dem Verschwinden des Bleichen verbringt man also seine Zeit damit, möglichst nicht zu verhungern. Und natürlich die Map zu erkunden, und die vielen verschiedenen Möglichkeiten zu entdecken, Ressourcen in mehr oder weniger nützliche Gegenstände zu verarbeiten. »Don't Starve« ist ein Open-World-Sandbox-Spiel, will heißen, man hat große Freiheiten beim Spielen, muss keiner vorgegebenen Reihe von Abläufen folgen und kann die verschiedensten Dinge »craften«, indem man die Ressourcen der Spielwelt abbaut und verarbeitet. Allerdings darf man sich vor lauter Freude daran verschiedene »Kochrezepte« für Werkzeug, Waffen und sonstiges Zubehör auszuprobieren, nicht davon ablenken lassen, dass es für die sich im Spiel abwechselnden Tages- und Jahreszeiten vorzubereiten gilt. Es gibt drei Tageszeiten (Tag, Dämmerung und Nacht) und vier Jahreszeiten (die üblichen, also Herbst, Winter, Frühling und Sommer), die jeweils unterschiedliche Herausforderungen und Möglichkeiten bieten. Etwa die Möglichkeit, im Sommer Beeren zu sammeln und im Winter zu erfrieren.

Dabei gibt es drei Anzeigeleisten, auf die die Spielerin achten muss: Hunger, Gesundheit und Verstand. Fällt eine der beiden Leisten »Hunger« oder »Gesundheit« auf null, stirbt man. Je niedriger der Verstand bzw. die geistige Gesundheit, desto mehr und bedrohlicher verändert sich die Spielwelt um einen herum. Erschwert wird das ganze außerdem durch eine Spielmechanik namens »Permadeath«, also dem »permanenten Tod« – wer einmal im Laufe des Spiels stirbt, eben etwa durch Hunger, Angriffe von diversen Monstern oder weil sie versehentlich den halben Wald in Brand steckt und dabei schließlich selbst verbrennt (alles schon vorgekommen), ist tot. Und bleibt tot. Will man weiterspielen, heißt es back to square one und alles noch einmal von vorne.

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© Klei Entertainment

Minecraft meets Burton

Neu ist weder das Sandbox-Spielkonzept, das man so seit über zehn (!) Jahren von Minecraft kennt, noch »Don't Starve« selbst, es ist nämlich schon 2013 erschienen. Das tut dem Spaß aber keinen Abbruch, Gutes hält sich ja. Cool ist für Zeiten von Social Distancing, dass man sich seit 2016 auch übers Internet zusammentun und gemeinsam nicht verhungern kann. Damals erschien der Nachfolgetitel »Don't  Starve Together«, der einen Multiplayermodus ermöglicht. Auch die Ästhetik des Spiels ist keine neue, denn sie ist dezidiert an den Stil von Tim Burton angelehnt. Die niedlich-düstere Gestaltung passt wunderbar zum Spiel und fügt sich mit der stimmungsvollen Hintergrundmusik zur perfekten pittoresk-knuffigen Grusel-Atmosphäre zusammen. In dieser kann man sich auch schon mal verlieren, so dass aus »einer schnellen Runde« viel zu leicht mehrere Stunden werden. Aber es ist ja nicht so, als würden wir draußen gerade viel verpassen.

»Don't Starve« gibt's für alle gängigen Betriebssysteme sowie diverse Konsolen.

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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