NOCH MEHR KULTUR

HOW TO: Wiener Kulturstätten unterstützen

Freust du dich schon wieder auf einen Sonntagnachmittag in deinem Stammkino, im kleinen Improvisationstheater oder in der Galerie ums Eck? Wir auch. Doch viele kleine Wiener Kunststätten leiden unter der Corona-Krise. Zum Glück gibt's zahlreiche Möglichkeiten, die Wiener Kunst- und Kulturszene virtuell zu erkunden und zu unterstützen. Wir sagen euch, wie.

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© Edwin Hooper/Unsplash

Wenn Städte sich verändern, dann selten über Nacht. Es passiert schleichend: hier schließt ein Programmkino, dort sperrt ein Kleinkunsttheater seine Türen, da wird aus dem liebevoll kuratierten Museum ein Billa. In Wien floriert, entgegen aller Trends, eine lebendige, unabhängige Kunst- und Kulturszene. Deren Weiterbestehen ist aber keine gmahte Wiesn. Während selbst die großen Institutionen sich nur mithilfe von öffentlichen Förderungen über Wasser halten, driften zahlreiche Kleinbühnen, Arthouse Kinos und Spezialmuseen längst im freien Ozean – kein Rettungsring in Sicht. Langfristig soll und muss die Erhaltung dieser Einrichtungen im öffentlichen Interesse und in öffentlicher Hand liegen. Aber auch wir Wiener*innen können einen kleinen Beitrag leisten.

Viele Wiener Kulturstätten haben Teile ihrer Vorstellungen, Filme und Kunstwerke online zugänglich gemacht. Wer das Angebot seines Lieblingskinos, -museums oder -theaters auch von Zuhause aus nutzen möchte, kann dies oftmals kostenfrei, gegen eine freiwillige Spende oder für ein faires Entgelt tun.

Kinos

Die Programmkinos Wiens haben ihr fein kuratiertes Kulturangebot ins Digitale verlegt. Auf einer gemeinsamen Streaming-Plattform, dem VOD-Club, bieten unter anderem das Admiral, Filmcasino, Gartenbaukino, Top Kino, Schikaneder, Stadtkino, Votivkino und VOLXkino ihre Filme als Streams an. (Wir empfehlen zum Beispiel das gefeierte österreichischen Drama "Die Beste Aller Welten" und "Waren einmal Revoluzzer" mit Manuel Rubey). Leihst du dir beim VOD einen Film, dann geht ein Drittel des Gesamtpreises (4,90€ pro Film) an österreichische Filmschaffende und ein weiteres Drittel an dein Lieblingskino.

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© Seongho Jang/Unsplash

Es gibt noch viele weitere Angebote heimischer Kinos: das Burg-Kino teilt aktuell online seine liebsten Shortfilme, wie zum Beispiel Wes Andersons "Hotel Chevalier" (2007) mit Natalie Portman. Im digitalen Heimkino des Filmarchivs kann man kostenlos seltene Dokumentaraufnahmen und Prunkstücke der österreichischen Filmgeschichte sehen. Das Filmmuseum besitzt ebenfalls ein kleines aber feines Onlineangebot, wie faszinierende Videosequenzen aus der Sovietischen Wochenschau. Das Votivkino hat die Queerfilmnacht ins Internet verlegt, und so kann man sich das gefeierte südafrikanisch-britische Meisterwerk "Moffie" und das fesselnde Morddrama "Sister My Sister" gegen eine Gebühr von 9,90€ ausleihen.

Eine weitere Möglichkeit heimische Kinos zu unterstützen ist das Kaufen von Abos, Gutscheinen und Merchandise.

Theater, Tanz und Kleinkunst

Auch die Wiener Theater und Tanzstätten haben sich einiges überlegt. Das Tanzquartier zeigt Performances on Demand. Das brut bietet ebenfalls zahlreiche online Events, im Jänner gibt’s das Nestroy-Preis-ausgezeichnete Stück "Goodbye Kreisky" zu sehen.

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© Erik Mclean/Unsplash

Auch die Wiener Kleinkunstbühnen kann man unterstützen. Das Globe Wien streamt Vorstellungen online – kostenfrei oder gegen eine freiwillige Spende. Kleinere Bühnen, wie zum Beispiel die Kulisse oder das Spektakel, kann man durch den Kauf von Gutscheinen oder eine Vereinsmitgliedschaft unterstützen.

Museen

Auch die österreichischen Museen und Sammlungen kannst du online besuchen und/oder unterstützen. Das Jüdische Museum kann man per virtuellem Spaziergang erleben, und auch die Ausstellungen des Künstlerhauses können per virtuellem Rundgang erlebt werden. Im Onlineshop des Fotographie-Museums Westlicht findet man nicht nur Gutscheine, sondern auch einen beeindruckenden Vintage Foto Sale. Vielen anderen Museen, wie zum Beispiel dem Sigmund Freud Museum, ist durch den Erwerb von Gutscheinen, Mitgliedschaften oder Spenden geholfen.

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© Jing Dannie/Unsplash

Musik

Auch die zahlreichen Wiener Musikveranstaltungsorte sind auf die Solidarität ihre Kund*innen angewiesen, bieten dafür jedoch auch ein abwechslungsreiches Onlineprogramm. Livestreams gibt es bereits vom Porgy & Bess unter dem Motto "The Show Must Go On(line)". Ähnliche Events sind auch im ZWE, Jazzland und Reigen in Planung. Außerdem bieten viele Veranstalter flexible Abo-Varianten, wie zum Beispiel die Sargfabrik.

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© Sebastiaan Stam/Unsplash

Unsere Aufzählung ist natürlich unvollständig. Welche Wiener Kulturinstitutionen würdest du keinesfalls missen wollen?

 

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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