THEATER

Heile mich

Im Auge des Sturms der Verwirrung von Politik, den Nachrichten, der Welt da draußen halt, finden sich drei Freundinnen auf der Bühne im WERK X wieder. "Heile mich" ist ein Stück über Beziehungen, zu anderen und sich selbst. Im Fokus stehen weibliche Freundschaften, die Zerstörungswut, Zerbrechlichkeit und eine unerschütterliche Kraft bergen.

Pressefoto Heile mich
© Stefan Hauer

David, Ayurveda-Kuren und Verhörkurse

Martin Gruber (mit dem unsere Johanna Prokopp LETZTENS SPRACH) schaut in seinem neuesten Theaterprojekt "Heile mich" mit seiner ihm ganz eigenen Lupe auf die Beziehungsgeflechte dreier Frauen. Mal kommt er ihnen ganz nahe, da präsentiert sich jedes Lächeln mit Stirnrunzeln, mal ist er ganz weit weg und wir erfahren alles Mögliche übers love interest David, Ayurveda-Kuren und Verhörkurse.

The future is already gone

Den Höhepunkt bildet ein durch und durch-choreografiertes Stimmen- und Tanzwirrwarr, untermalt durch die himmlisch-düstere Musik von der Band Dun Field Three. Zu einem Gebet, das noch lange im Kopf bleibt, wird der Song "Gone", ein Sprechchor über das Ende einer Beziehung ("And I know the future is already gone"). Es lichten sich die Nebel: Isabella, Susanne und Kirstin legen die unbequemen Masken und Kostüme ab und greifen nach ihren eigenen Ausdrucksweisen, intuitiv, endlich.

Platz für Isolation und Reibung

Die Bühnenenergien der Protagonistinnen schaffen einen wunderbaren Platz für Isolation, Reibung, Ex- und Implosionen bis hin zur Ekstase. Da braucht es nicht viel, kein Smartphone und keine Glückskekse, versprechen sie doch keine Heilung. Was aber nach knapp 90 Minuten übrigbleibt, fühlt sich heilbringend an.

Wien. Mehr Kultur.
Mehr Stadt. Mehr etc.

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